SkyDSL - ein kleiner Erfahrungsbericht *g*
Das Netz bietet ja ein Fülle von Informationen und ganz besonders viele von denen, die eigentlich völlg uninterressant sind. So verhält es sich auch beim Thema SkyDSL. Viele, ach Wunder, analysieren die Tarife und sonstwas bis zum “gehtnichtmehr” und haben dabei vergessen, dass probieren eben über studieren geht und das eben auch die beste und tollste Analyse eines Geschäftsmodells, Tarifs, einer technischen Realisierung oder weiß der Teufel was, keinen Boden gegenüber einer langjährigen Erfahrung gut machen kann. Der Text bezieht sich, ganz nebenbei, auf das SkyDSL Angebot von TELES.
Darum! Also:
Was ist SkyDSL denn überhaupt?
Sicher könnte ich jetzt hier ganz cool auf gidf.de oder auch gleich auf Google verweisen, aber wer macht sowas schon ;).
SkyDSL ist eine (von Vielen) Lösung, sein Internet über einen Satelliten zu beziehen. Die Datenübertragung erfolgt bei TELES SkyDSL unterschiedlich. Für den Upload stehen verschiedene Optionen zur Auswahl. Es gibt eine Arcor ISDN-Flatrate, die sogenannten MaxiSurf Pakete und den Weg über das E-Plus Funknetz. 1 und 3 sollten eigentlich selbsterkärend sein, trotzdem ein Wort dazu. Entscheidet man sich für die erste Option bekommt man einen Arcor Anschluss gelegt. Das E-Plus Netz wird durch eine Sim-Karte samt Handy angesprochen. Letzteres befindet sich nicht im Lieferumfang. Man sollte also akuten Handyüberschuss haben. Ich selbst habe ein MaxiSurf Paket. Das gibt es leider nicht mehr zur Auswahl. Es beinhaltet einen Flatrate für den Upload (Hier erfolgt tatsächlich die Einwahl über ISDN, um den Upload-Kanal bereitzustellen. Der Dienst lässt sich nicht für den Download-Kanal nutzen.). Wie gesagt ist dieses Paket aber nicht mehr verfügbar. Die jetzigen MaxiSurf Pakete sehen eine “Call by Call” Einwahl vor, oder Stundenfreipakete.
Der Download von Daten läuft über den besagten Satelliten ab. Aktuell sind die Geschwindigkeiten zwischen 500kb/s und 24000kb/s angesiedelt. Eine Wertung dieser Zahlen kommt später.
Die Voraussetzungen für SkyDSL
SkyDSL ist überall in Europa verfügbar. Stimmt. Für jeden Haushalt praktikabel. Stimmt nicht (hat TELES aber auch nicht wirklich behauptet). Fakt ist:
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Die Satellitenschüssel muss am Haus angebracht werden und auf den Satelliten ausgerichtet werden.
Alleine DAS könnte einige Probleme bergen. Das Ausrichten kann außerdem eine wahre Knochenarbeit sein. Bei uns waren entweder die Angaben zur Ausrichtung (Azimut und Co. KG) falsch, oder die Skala an der Halterung der Satellitenschüssel (was genau ist auch relativ egal, der Effekt ist der Gleiche). Das wir das SkyDSL Signal irgendwann bekommen haben war mehr Glück als alles andere.
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Der illusorischen Vorstellung, alle Uploadmöglichkeiten wären verfügbar, sollte man sich nicht hingeben.
Insbesondere die ISDN Flatrate von Arcor ist dort zu erwähnen. Arcor ist ein Unternehmen und arbeitet (sollte es zumindest) wirtschaftlich sinnvoll. Eine Leitung nach “Klein-Kleckers-Dorf” zu verlegen ist also ganz einfach sinnfrei. Man sollte sich also nicht allzu viele Hoffnung auf diese Lösung machen. Die Lösung übers E-Plus Netz ist wohl auch eine Flatrate, sie setzt aber voraus, dass man ein Handy zusätzlich hat, welches dann auch GPRS oder UMTS kann. Über die Verbreitung von letzterem brauchen wir uns nicht zu unterhalten. GPRS ist nicht schlecht, mir stellt sich aber die Frage, ob die Verbindung dauerhaft ist und wenn nein, wie lange die Einwahl dauert. Denn bei den MaxiSurf Paketen wird die ISDN Verbindung *sofort* nach der Anfrage wieder getrennt. Sollte die Einwahldauer bei GPRS also länger als bei ISDN sein, wird der Internetspaß zur Geduldsprobe. Die neuen MaxiSurf Pakete halte ich für fraglich. Eine fehlende Flatrate für den Upload ist imho sinnfrei. Würde ich das nicht sagen, dürfte man mich als Denkverweigerer beschimpfen. Dazu später mehr.
SkyDSL, die Software
Die Installation der SkyDSL-Software geht, hat man denn alles richtig an- und verbaut, schnell von der Hand. Sie lässt eigentlich keine Fragen offen. Hierfür ein Lob. Einziges Manko, sie lässt sich nur mit Windows 2k/XP nutzen. Das wird insbesondere in Hinsicht auf die langfristige Nutzung eine Qual. Warum? Ganz einfach. Wir haben SkyDSL hier auf einem einzelnen Computer installiert, der den Internetzugang für alle PCs im Netzwerk als Gateway verfügbar macht. Eigentlich eine feine und züchtige Sache; das war mal komplizierter (bis vor einem halben Jahr nutzte die SkyDSL Software einen lokal installierten Proxy um den Internetanschluss ins Netzwerk durchzureichen. Wer sich eine halbe Sekunde mit dem Thema Proxy beschäftigt, wird sehen, was einem damit blüht). Die Internetfreigabe erfolgt jetzt, na?, über die “Internetverbindungsfreigabe” von Windows. Das läuft aber alles ganz furchtbar instabil. Das “furchtbar” sei aber erläutert. Im Schnitt muss man alle 2 Tage (wenn’s grad schön ist auch mehrmals am Tag) den Rechner mit der SkyDSL Software neu starten. Klingt eigentlich wenig. Und jetzt mal auf 1 1/2 Jahre rechnen! Da fällt mir nur ein Wort ein: Horror! Fehlermeldungen bietet SkyDSL hier nicht. Meistens wird die Verbindung sogar noch als “Aktiv” angezeigt. Man entscheide sich selbst, ob das nur Bösartigkeit oder blanker Hohn ist. Im Regelfall hilft tatsächlich nur ein Neustart (das Windows ist übrigens ein komplett saubere und frische Installation, Updates werden automatisch eingespielt. Ansonsten laufen nur noch Virenscanner und Windows Firewall). Das ist aber gar nicht das schlimmste. Gestern regnete es und der Himmel war mehr als “bedeckt”. SkyDSL funktionierte tadellos. Ein paar Tage zuvor: leicht bewölkt, die SkyDSL-Verbindung konnte den ganzen Vormittag nicht hergestellt werden. Hier gibt’s sogar eine Fehlermeldung. Die Software erhält keine Pakete vom Satelliten. Tritt dieser Fall ein kann man 3 Wochen warten und das würde sich nicht ändern. Immer wieder fein neustarten und gucken, ob sich die Verbindung inzwischen wieder herstellen lässt; mehr kann man nicht tun. Mir passiert das durchschnittlich 1 mal pro Woche. Hier wäre also ein simple, nicht-grafische Linux-Software sehr schön. Die gibt’s nur leider nicht. Und so muss man (will man denn Internet dauerhaft für alle verfügbar machen), auch noch einen relativ stromhungrigen Boldiden laufen lassen, damit die Klicki-Bunti-Software läuft.
Die Geschwindigkeiten
Das Männerthema *g* (Gott sag mir, dass ich nicht einen rollenspezifischen Witz gemacht habe -.-). Wie es sich mit den aktuellen Geschwindigkeitsstufen verhält kann ich nicht sagen. Ich selbst habe einen “offiziellen” Speed von 16000kb/s. TELES gibt selbst an, dass diese Werte eher theoretischer Natur sind. Wer jetzt aber denkt, er hat statt 2mb/s (das wären dann ja die 16000kb/s) nur 1mb/s liegt GANZ gewaltig falsch. Fakt ist: surft man tagsüber im Netz hat man im “ersten Gang” (so nennen sich die Prioritätsstufen bei SkyDSL, nur der Erste ist mit der Flatrate gültig) eine (Schätzwert) Durchschnittsgeschwindigkeit von 60kb/s. Ich habe es nie auf 2mb/s geschafft. Das Maximum waren bei mir 1,6mb/s nachts um 4.
Ein Fazit…
…kann sich nach dem Lesen dieses Artikels jeder selbst bilden. Kleiner Hinweis; wer bisher mit Modem oder ISDN unterwegs war, jetzt auf SkyDSL wechselt und sein bisheriges “Internetkonsumverhalten” als Grundlage zur Tarifbestimmung nimmt, pinkelt sich selbst ans Bein. Das Surfverhalten kann sich bei einem schnellen Internetzugang gewaltig ändern. Das kann ich schon an mir selbst festmachen. Mit ISDN 3GB im Monat zu saugen, fällt einem reichlich schwer. Bei durchschnittlich 60kb/s geht das suuuuper schnell. Ich bezahle (weil ich noch Volumentarif mit “3GB frei” habe) mindestens noch 20 Euro im Monat drauf. Also ca. 60 Euro im Monat. “Flatrated” also überall wo’s möglich ist ;).
Liebe Grüße & gute Enscheidungsfindung
Konrad
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