Von grünen und roten Karten

…handelt ein Artikel bei tagesschau.de über die Vorbereitungstrainings zu Amokläufen an Schulen in den USA. Während ich mich einerseits frage, ob man vielleicht auch die Einrichtung von Toleranzcamps (Camp, Camp, Camp, Camp!) als Präventivmaßnahme in Erwägung gezogen hat, frage ich mich andererseits, welche Definition von Sicherheit der Korrospondent des HR und die SchulleiterInnen eigentlich im Kopf haben.

Ziel dabei ist: Jeder soll innerhalb von zwei Minuten in einem Klassenzimmer, einem Büro oder sonst einem sicheren Raum sein, in den ein bewaffneter Amokläufer nicht rein kann, sagt Kenna Nolan, die das Sicherheitsprogramm der Schule leitet.

Klassenzimmer? Sicherer Raum? Haben die da Stahltüren als Innendekor? Da würde sich der oder die AmokläuferIn (sind ja zumeist männlich, aber nicht das sich jmd vergessen fühlt :D) dann vielleicht selbst mit nem Querschläger umnieten, aber bei Holztüren? Ist ja nicht so, dass die Amokläufer so konservativ sind wie in Deutschland und nur Pistolen mitbringen.

[…] der Lehrer [geht] ganz schnell raus auf den Gang und holt alle Schüler, die auf dem Gang sind, ins Zimmer“, beschreibt Dustin die Übung. „Dann schließt er die Türen ab und verriegelt und verdunkelt alle Fenster. Und alle Schüler müssen an die Wand, in eine Position, wo man von außerhalb des Raumes nicht gesehen werden kann.“

Das ist wirklich sehr durchdacht. Als Amateuramokläufer würde ich bevors losgeht mir a) den Raumplan ansehen oder b) vorher noch einmal ums Haus gehen und gucken wo unterrichtet wird und mir mindestens einen Raum merken. Oder ich schaue einfach wo die Fenster verdunkelt sind.

„Der Lehrer geht selber in Deckung“, sagt der Austauschschüler. Bevor er das macht, lege er aber eine Karte draußen auf den Gang – entweder eine rote oder eine grüne Karte. „Die grüne Karte sagt, dass es keine Verletzten gibt, und die rote sagt, dass es Verletzte oder einen Notfall in dem Raum gibt.“ Die Karten gäben anrückenden Polizisten Orientierung, sodass diese dann sofort Hilfe leisten könnten.

Ich glaube, wenn ich mich entscheiden müsste, wäre das der blödeste Teil des ganzen „Konzepts“. Ohne Worte.

Mehr davon!

Braid – wow

Es kommt nicht alle Tage vor, dass mich ein Spiel wirklich noch beeindruckt. Insbesondere dann, wenn ich das Genre eigentlich nicht mag. Der Puzzle und Jump ‚n‘ Run Mix Braid gehört aber definitiv dazu. Eins sei dabei vorweg gesagt: Dieses Spiel fesselt mich nicht und ich werde es auch nicht durchspielen oder kaufen (ich hab bis jetzt nur in die Demo reingeschaut). Aber ich ziehe meinen Hut vor dem Ideenreichtum des Entwicklers, der Liebe fürs Detail, dem handwerklichen Können und sage einfach mal: Wenn es meine Welt wäre, ich würde dir 60€ dafür geben, statt die 13€, die du verlangst.

Es ist auch gar nicht nötig, hier viele Worte zum Spiel zu verlieren, denn die Demo reicht für den ersten Eindruck. Und ganz ehrlich: der Artikel hier ist schon den halben Tag in der Warteschleife und ich fange immer wieder an Dinge dazu zu schreiben und lösche dann wieder alles, weil ich nicht wirklich finde, dass sie angemessen sind.

Darum als kleinen Eindruck vielleicht noch mal den Trailer anschauen…

…und dann einfach mal ausprobieren ;).

Die Leiden des jungen Catalyst

Linux und Grafiktreiber ist ja schon seit eh und je ein heikles Thema, insbesondere wenn es darum geht 3D-Funktionen des Chips konsequent auszunutzen. Denn die freien Treiber hängen ihren Pendants zumindest in diesem Segment noch um wasauchimmer hinterher. Die propriäteren Alternativen, bei AMD/ATI seit einiger Zeit „catalyst“ genannt, sind aber nicht wirklich der Heiland in Bits und Bytes.

Obwohl ich persönlich seit der Übernahme von ATI durch AMD etwas mehr Vertrauen in die Entwicklung dieses Treibers setze, ist vor allem eines festzustellen: Features werden auf Kosten anderer Features eingebaut.

Und das sehe nicht nur ich so, sondern auch einige Entwickler bei Archlinux. Der catalyst Treiber wurde deswegen von extra nach AUR verschoben, was soviel heißt, dass man das Paket selber kompilieren und einpflegen muss, da es über den Systempaketmanager (in diesem Fall pacman) nicht mehr zu erreichen ist. Als ich vor 2 Tagen catalyst aktualisieren wollte, hat mich das ein wenig aufgeregt. Inzwischen kann ich den Schritt aber nachvollziehen.

Ungefähr seit Catalyst 8.7 (erschienen im Juli 2008) war es nicht mehr möglich das entsprechende module (fglrx) zu laden. Zumindest nicht bei meinem R350 Radeon 9600 Mobility Grafikchip. Und mit diesem Problem stand ich nicht alleine da. Das schöne ist, dass der Treiber offiziell diese Karte weiter unterstützte. Trotzdem brach das Laden des Modules beharrlich mit „Cannot allocate memory“ ab. Dieses Verhalten zog sich bis zum Catalyst 9.2 bei mir hin (also bis Februar 2009). Erst zu diesem Zeitpunkt wurde der Fehler behoben. Das heißt also, dass ich seit ungefähr 6 Monaten diesen Treiber auch nicht aktualisieren durfte. Da der Catalyst allerdings auch seine eigene libgl mitbringt, gibt es arge Probleme, denn von libgl (und von einer halbwegs aktuellen Version) sind eine ganze Reihe von Programmen abhängig. Mit der Zeit landeten also immer mehr Systemkomponenten (u.a. auch hal, dbus, etc. pp.) auf der Ignorelist das Paketmanagers, was bei einer bleeding-edge Distro wie Archlinux natürlich halsbrecherisch ist. Im Dezember 2008 musste ich deswegen zwangsweise auf den freien Treiber wechseln.

Im Februar kam dann die Erlösung. Der Fehler wurde behoben. Und zwar genau für höchstens 2 Monate (den 9.3 hab ich nicht getestet). Denn der Catalyst 9.4 produziert wieder den selben Fehler. ES IST ZUM HEULEN!

Die Arch Entwickler beschreiben das ganz passend:

[...] AMD just wanted to break things at will, because their approach is very strange, break some things to improve others.

Wer jetzt wie ich spaßeshalber den 9.4 aus AUR installiert hat, findet sich also ganz unverblühmt ohne grafische Oberfläche wieder. Nun ist die Wiederherstellung des alten Zustandes für all diejenigen, die ihren Paketcache nicht allzu häufig leeren kein Beinbruch. Für alle anderen wirds schwierig.

In /var/cache/pacman/pkg finden sich alte Pakete wieder. Mit pacman -U [paketname] sind die schnell wieder drin und alles geht wieder. Nur das ignorieren von Paketen fängt jetzt wieder an. Es ist eine Farce.

Für all die, die ordentlich sind und den Cache regelmäßig säubern, habe ich die Version 9.2 i686 mal hochgeladen.

siehe Seite Archlinux Pakete

Ansonsten hoffe ich wie viele andere wahrscheinlich darauf, dass AMD sich im Juni, Juli irgendwann da so entscheidet, dem offiziellen Produktsupport auch Folge zu leisten.

Danke AMD!

Update:

Wie man auf Phoronix nachlesen kann wurde im Catalyst 9.4 einfach der Support für R300-500 Chips gedroppt. Das erklärt natürlich einiges und wird mich in absehbarer Zeit auf den freien Treiber festnageln. Wie ich mich schon freue :/.

Wenn einer den Vogel abschießt….

dann doch wohl die Schützenvereine. Nein. Der Joachim Herrmann wars. Der erste Preis, ein Gehirn, geht an den Achim für diese Pressemitteilung:

http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php

Und ich dachte immer sowas geiles sieht man nur bei South Park.