Wehe dir die Hammel sind los!
/me verfolgt gerade ganz gespannt diesen Blogpost bei spreeblick.com inklusive 3km langer Kommentarliste.
Was immer wieder beruhigend ist: Es gibt überall Volltrottel. Ganz viele. Und ich finde es wirklich wichtig, dass es im Leben Konstanten gibt, an denen man sich orientieren kann. Das wäre eine davon.
Tun wir das doch mal auseinanderwurschteln:
1. Vorwurf: Die haben rechts und links gesagt!
Ähh ja. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das die letzten Tage runtergerasselt hab: So what? Die Piratenpartei schließt in ihrem Grundsatz und auch vom Selbstverständnis her totalitäre, faschistische oder irgendwie undemokratische Strömungen aus und lehnt diese ab. Damit hätten wir schonmal n ganzen Teil der Braunen und Dunkelblödenroten ausgeschlossen. Keine NPD, DVU, REPs, DKP, SAV, MLPD oder weiß der Teufel. Die haben nämlich gut was an der Waffel. Schaun wir mal weiter. CDU und SPD machen sich aber natürlich auch ganz gut als Feindbilder und da werden dann gleich Phrasen verschossen wie „damit machen sie sich für mich unwählbar“ (auch wenn ich jetzt geneigt bin, wieder zu sagen: So what? – ich probier mal n Piratenwahlspruch: „Denk selbst“). Tatsache ist: In der SPD und der CDU gibt es ganz fürchterlich viele Holzköppe. Aber unter den 500000000000000 Trilliarden Mitgliedern soll kein einziger sein, der noch Sinn und Verstand hat? Kommt Leute. Das ist doch kein homogener Wabber sone Partei. Meint ihr das ernst?
An der Aussage ist also nichts schlimmes. Wirklich gar nichts. Es mag vielleicht manchen gegen den Strich gehen, dass hier kein
*mecker*mecker*mecker*Aber rechts geht gar nicht*mecker*mecker*mecker*
oder
*mecker*mecker*mecker*Aber links geht gar nicht*mecker*mecker*mecker*
kommt, aber was solls auch. Die Piraten suchen denkfähige Menschen. Und diese Sorte von Mensch kann man dann auch halbwegs gut mit Argumenten (krasses Schlagwort!!!1) beackern.
2. Vorwurf: Die sollen erstmal Position zu XY beziehen!
Ja. In Arbeit. Äh. Also. Wir probieren das mal.
Wer meiner Leser ist gegen (jetzt kommts) Mord? 99.999999999999999999999999999999999999999999999%?
Wirklich? Super!
Dann können wir ja jetzt für alle anderen Themen von Agrarpolitik bis Zensurgesetze in 0,nix ein Superkrasstotaltollesprogramm schreiben. Mit 283723038943289 Seiten (versteht sich). Immerhin sind wir bei Mord einer Meinung.
Ja. Stellt sich das irgendjemand so vor? Dann ab in die Anstalt.
Die Piraten haben sich zusammengefunden über die Themenkomplexe: Urheberrecht, Überwachungsgesetze (Innere Sicherheit), IT und Internet, Patentrecht, OpenAccess und sicherlich noch einige andere. Diese Themenkomplexe werden auch im Programm aufgegriffen und zu diesen Themen werden auch Inhalte und Ideen entwickelt. Alle anderen Bereiche sind einfach schwierig, weil es nicht die eine Meinung gibt (und übrigens auch nicht das eine Wissen). Und mein Gott. Wenn jetzt jemand nochmal schreit: „Ihr macht euch damit für mich unwählbar.“ Ja, was denn? Dann ist das so. Solln wir jetzt traurig gucken? Meine Fresse. Man muss ja nicht aus jedem Scheiß ne Betroffenheitsdiskussion basteln.
Und allen, die sich über ein zu kurzes Programm beschweren sei gesagt: IHR seid _ALLE_ eingeladen daran mitzuarbeiten! Wirklich!
3. Vorwurf: Der Seipenbusch!
…ist ein Mensch. Man darf die Aussage aus dem Blog übrigens auch suboptimal finden. Ist alles in Ordnung. Aber bitte, also irgendwie. „Oh ja doch, der ist stellvertretender Vorsitzender. Der ist Führer, ähh aber schonmal stellvertretender Vorsitzender!“
Jens Seipenbusch ist stellvertretender Vorsitzender. In diese Position wurde er gewählt. Er ist deswegen aber trotzdem noch nicht irgendeine komische Leitfigur. Ich weiß manchmal nicht was die Leute denken. Die Piraten sind eine absolut basisdemokratische Organisationsgemeinschaft, in der, auch aus Mangel an finanziellen Mitteln, alles selbst gemacht wird. Wer sich mal intern die Strukturen angucken würde, fände einen riesen haufen an AGs zu jedem verrückten Thema. Ohne das Parteiengesetz zu kennen: Ich könnte mir vorstellen, dass (wenigstens) diese Strukturen (GenSek, LVs, etc. pp.) gesetzlich vorgegeben sind und das ohne diese Vorgaben vielleicht ein Vorsitzender gar nicht existieren würde. Was ich sagen will: Wenn nicht alle ständig auf das Obrigkeitsding abfahren würden, hätten wir dieses komische Problem nicht.
Danke.
Gleich zuschlagen!
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*nicht lustig*
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muhahahahahaha :D.
Binary Clock für Windows Mobile
Ich habe als Auftragsarbeit für jemanden von nebenan eine Binäruhr geschrieben, die jetzt fertig ist.
Das Programm hat noch 2 Bugs, die ich gestern in meiner Nacht & Nebel Aktion nicht mehr ausmerzen wollte. Beide sind aber nicht wirklich ein Problem. Der erste tritt beim Beenden der Anwendung auf. Das Startmenü bleibt dann z.T. mit den Grafiken der Anwendung überlagert, obwohl diese bereits geschlossen wurde. Das Problem lässt sich beheben indem man einmal vom Landscape in den Portrait (bzw. andersrum) wechselt und wieder zurück (oder ganz böse: einfach Windows Mobile neu starten – aber das ist nur nötig, wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht den Orientierungsmodus wechseln will/kann)
Das zweite Problem tritt auf, wenn man während die App läuft den Orientierungsmodus ändert. Dort hilft einmal auf den Ausknopf drücken und nochmal, um das Bild wiederherzustellen.
Installer gibt’s nicht. Wer ne Binäruhr versteht, wird schlau genug sein, ne CAB zu installieren *gg*.
Büdde.
PS: Benötigt wird das .Net Compact Framework 2.0.
Software MHD
Software ist Software ist Software. Und wie jedes andere Produkt veraltet sie. Es ist jetzt aber nicht so das Spiele Falten bekommen (höchstens die Handbücher ;)) oder Windows 95 analog zum Abnehmen der Hörfähigkeit bei Menschen im fortgeschrittenen Alter nicht mehr alle Tastatureingaben akzeptiert. Nein. Solchen Problemen muss sich zum Glück niemand stellen.
Problematisch wird es eher bei der Hard- bzw. auch Software für die ein Softwareprodukt mal erstellt wurde. Diesen Problemen wird im Spielebereich zum Beispiel mit Projekten wie DosBox oder ScummVM begegnet und das auch durchaus erfolgreich. Trotzdem. Ich frage mich, wann ich einen Emulator brauche um die besagten Programme starten zu können. Irgendwann läuft die VM der VM in der VM der VM. Und irgendwie fetzt das nicht.
Warum komme ich dazu, dass zu schreiben? Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nach Windows XP kein neues Windows mehr zu verwenden. Und zum Arbeiten verwende ich heute auch schon zu großen Teilen Linux. Wenn ich zum Spielen komme wirds allerdings schwierig. Denn da ist Linux (bzw. machen wirs mal richtig: Ich nutze Fedora) nach wie vor, zumindest auf meinen Systemen, immer eine 0 gewesen.
Ich teste also grade ein wenig den Windows 7 RC und bin durchaus erfüllt von einigen sinnvollen Neuerungen. Aero ist nett, aber müsste jetzt nicht sein. Ich gebe aber zu, dass es einen angenehmen „Flow“ hat, um mal das Trendwort zu strapazieren, wenn alles ein bisschen umherfadet. Gefällt. Tatsächlich hilfreich sind mir bei der Arbeit aber andere Features. Ganz toll finde ich die Jumplists, mit denen man aus der Taskleiste die letzten aufgerufenen Dateien eines Programms aufrufen lassen kann. Absolut knorke ist auch die Eingabezeile beim Öffnen des Startmenüs, die mir von Apples Spotlight Funktion inspiriert zu sein scheint. Aber auch die Suchfunktion im Explorer, für die man nichtmehr fünf mal klicken muss, ist hilfreich und das Programmnamen nicht mehr in der Taskleiste angezeigt werden und so für Ordnung gesorgt ist.
Und als ich heute Anno 1701 installiert habe, habe ich mich fast über Microsofts fascho Treiberpolitik gefreut. Der Kopierschutztreiber konnte mangels Treibersignierung nicht installiert werden. Ganz hervorragend. Ich finds ohnehin scheiße, dass mir ein legal erworbenes Spiel erstmal den Generalverdacht des Mordkopierens und ein paar halbinstabile low-level Treiber um die Ohren haut.
Was ich aber schmerzlich herausfinden musste: Ohne KS-Treiber kein Spiel. Da kann die DVD noch so original sein.
Auch mit neuestem Patch startet das Spiel also nicht. Als halbwegs intelligenter Mensch guck ich aber nochmal nach linx und rechts und finde schlussendlich auf der Seite des KS Herstellers (TAGES) ein Update des Treibers. Ein etwas unbedarfter PC-Anwender dürfte mit dieser Sache aber schon seine Probleme gehabt haben. Ein Crack existiert für die aktuelle Version übrigens nicht mehr.
Das Problem an der Sache ist aber folgendes: Das es einen aktuellen Treiber gibt, ist eigentlich dem Gutdünken des Herstellers geschuldet und nicht etwa seiner Verpflichtung dazu. Tatsache ist: Ein vor 3 (!) Jahren veröffentlichtes Spiel läuft ohne weiteres Zutun nicht mehr auf einem aktuellen System.
Das ist per se schonmal nicht hinnehmbar. Der Grund dafür ist aber nicht etwa, weil das eigentliche Spiel nicht funktioniert. Das Problem ist, dass eine Komponente (die nicht fürs Spielen zuständig ist) das MHD des Produkts künstlich herabsetzt. Nun will ich mich nicht volle Breitseite in die Produktpolitik von Publishern einmischen und ihnen den Einsatz von Kopierschutzmechanismen verbieten, auch wenn ich diese Systeme für unwirksam, kriminalisierend und ganz allgemein lächerlich halte.
Trotzdem: Computerspiele sind Kultur und sollten auch in 10 Jahren noch irgendwie (auch wenns die VM in der VM ist) ausführbar sein. In dem man die Verschärfung von Kopierschutzmechanismen forciert und ihren Einsatz forttreibt erschwert man die Verfügbarmachung von Kultur für spätere Generationen. Und so darf’s einfach nicht laufen.
Dabei wäre das Problem schon zumindest im Ansatz relativ einfach zu lösen. Nach drei Jahren oder meinetwegen auch vier, veröffentlicht der Publisher das Spiel ohne Kopierschutz, bzw. entfernt ihn per Patch. Firmen wie Egosoft (Entwickler der X-Serie) machen das schon seit Jahren.
Grundsätzlich übergehe ich damit in der Diskussion der Problematik natürlich, dass das Urheberrecht sowieso liberalisiert gehört. Und zwar deftig. Darauf weist die Piratenflagge links aber ja sowieso ganz dezent hin ;).
Also: Da Verträge der Bundesregierung mit privaten Firmen gerade ganz „In“ sind: Ich fordere, dass ein Vertrag mit den Publishern geschlossen wird, damit Kopierschutzmechanismen in einer verträglichen Zeit aus Produkten entfernt werden (d.h. also nicht erst nach 70 Jahren oder ähnliche Späße). Danke.
Media Person of the Year
…wird sein: *tataratatatata*
Steve Ballmer, CEO Microsoft.
Steve Ballmer, CEO of Microsoft Corporation will be honoured with the Media Person of the Year Award at the 56th Cannes Lions International Advertising Festival.
Nach Auftritten wie diesem hier:
oder diesem:
wird das auch Zeit!
Übrigens:
Microsoft Advertising has sponsored the Cannes Lions since 2002, and as a founding sponsor of the Cannes Cyber Lions awards, we‘ve supported and awarded the best online advertising for the past eight years.
*gg*
DoOf
Die Nürnberger Nachrichten leisten sich heute einen sehr guten Beitrag vom Herrn Dieter Schwab. Wirklich absolut total sehr gut.
Rein inhaltlich geht es um den Beitritt des Bundestagsabgeordneten Tauss in die Piratenpartei. Ich zitiere mal ganz frei.
Der Abgeordnete hat – das ist unstrittig – Kinderpornos besessen und tritt nun ausgerechnet mit der Begründung aus der SPD aus, die von der Großen Koalition beschlossenen Maßnahmen gegen solche widerwärtigen Bilder im Internet verletzten die Bürgerrechte.
Unter nicht vollständig grenzdebilen Menschen ist letzteres übrigens auch unstrittig.
Derzeit läuft das Verfahren gegen Tauss noch; aber diese Äußerung wird es dem Gericht nicht unbedingt leichter machen, Tauss die Rechtfertigung abzunehmen, er habe das Material nur für seine medienpolitische Arbeit im Parlament gesammelt.
Welche Äußerung? Die, dass die Internetzensur, die Bürgerrechte verletzt? Ja, sowas zu sagen ist auch schon ganz schön schlimm.
Auch die Piratenpartei, der es wesentlich um die Freiheit des Kopierens aus dem Internet geht, tut sich nach dieser Begründung mit der Aufnahme von Jörg Tauss keinen Gefallen.
1. Was die „Freiheit des Kopierens aus dem Internet“ ist, muss mir nochmal jemand erklären.
2. Es gibt bei der Piratenpartei leider noch keinen Personenschlüssel, der Menschen definiert, die hier nicht mitmachen dürfen. Aber der Dieter kann da sicher aushelfen.
Natürlich hat der Parlamentarier als unschuldig zu gelten, bis die Justiz ihr Urteil gesprochen hat.
Haben wir aber nochmal Glück gehabt Dieterlein, wa?
Trotzdem umweht die Mini-Gruppierung nun der Verdacht, sie wolle auch den freien Zugang zu Kinderpornos auf irgendwelchen Servern im Ausland aufrecht erhalten.
Der Satz impliziert mal wieder zwei Dinge, die in mancher Leute Köpfe einfach nicht reinwollen.
1. Es sind nicht irgendwelche Server im Ausland. Es sind ganz viele Server in Deutschland und im Ausland. Wie wär’s mit Bildungsstreik, mehr Personal und Ausstattung für die Polizei? Dann könnte man die Scheiße einfach ausm Netz kicken. Wie wärs mit Schnittstellen schaffen zu anderen Ländern um Kipomüll dort von den Servern zu putzen und Rechtsbeihilfe für Länder in denen keine ausreichenden Gesetze existieren, um das zu bewerkstelligen? Wär doch mal was.
2. Ja. Die Piraten fordern einen freien Zugang zum Internet. Lieber Dieter, wir setzen dir mal n Trichter mit Sachverstand gefüllt ein, damit auch du als allerletzter Voll*hust* mitbekommst, dass man nicht einfach anfängt Kommunikationswege zu zensieren, nur weil einem der Inhalt nicht passt. Ja Kipo ist scheiße. Ja der Müll gehört aus dem Netz. Aber dann doch bitte da aus dem Netz von wo er kommt. Forderst du auch durchgelichtete Briefe und Telefonate? Nein? Denk mal drüber nach warum. Meine Fresse.
Aber beide, der Noch-Abgeordnete und die Partei, wollten lieber ein paar schnelle Schlagzeilen:
Von wem Beitrittsanträge kommen, können wir leider nicht kontrollieren. Und: Ja, ein Bundestagsabgeordneter als Vertreter der PP im Bundestag fetzt – auch wenn ich die Motivation von Tauss noch nicht wirklich zu deuten weiß. Aber: So what?
Tauss, ehe er endgültig die politische Bühne verlassen muss und in der Bedeutungslosigkeit versinkt, und die Piraten, um sich vor der Bundestagswahl im Herbst ins Gespräch zu bringen. Das ist zwar gelungen; aber spätestens nach dem Urnengang wird man von beiden nichts mehr hören. Und das ist gut so – für die politische Kultur.
Ja, weniger Vielfalt ist für die politische Kultur ganz hervorragend. Geh …
via nn-online.de