1. Danke fürs Geld verbraten

    Veröffentlicht von Konrad Mohrfeldt am 10. Januar 2009 · Einen Kommentar hinterlassen 

    Liebe Ärzte ohne Grenzen / Medecins sans Frontiers,

    ich spende in der Regel nicht für Hilfsorganisationen in eurem Themenbereich. Meistens gehen meine Spenden eher an Organisationen wie KOP Berlin oder Reporter ohne Grenzen, oder auch mal an die Wikipedia. Aber irgendwann 2006 oder 2007 habe ich euch mal 5 Euro zukommen lassen. Das ist nicht sonderlich viel, aber damals, als ichs überwiesen hab, da wars auf jeden Fall für *mich* nicht gerade wenig. Und wie das häufiger mal der Fall ist, werden diese Spenden mit einem Verwendungszweck verschickt. So auch bei dieser.

    Was ist also mein Problem? Mein Problem ist, dass ihr mir nun schon zum zweiten Mal einen Brief geschickt habt, in denen ihr mich über laufende Aktionen informiert (das kann ich ganz nebenbei übrigens alleine) und in den ihr auch noch einen Satz Aufkleber legt mit einer „Ich unterstütze Ärzte ohne Grenzen e.V.“ – Aufschrift. Ich hab jetzt nicht aufm Schirm, ob’s für euch Ermäßigungen bei der Post gibt (das ist wahrscheinlich ne utopische Vorstellung) und wieviel die Flyer und die Aufkleber kosten, aber ich geh mal davon aus, dass alles zusammen wohl mindestens nen Euro, vielleicht auch 1,50 kostet. Von meinen fünf Euro, die ich euch mit VERWENDUNGSZWECK überwiesen habe, habt ihr also mal eben zwei bis drei Euro für PR-Scheiße ausgegeben.

    Es mag jetzt vielleicht der Einwand kommen, wenn ich denn keinen Monolog führen würde, dass PR und eigentliche Hilfe ihre eigenen Budgets habe. Aber ich sach euch mal was: Wie ihr euer Geld auch schiebt und durch die Gegend tragt: Ich habe euch 5 Euro gegeben und ihr habt von einem Teil dieses Geldes eine Leistung *mir* gegenüber erbracht. Wenn ich möchte, dass das jemand macht, kauf ich mir n Eis, aber spende kein Geld. Also verpisst euch mit euren Briefen und euren Aufklebern, mit denen ich mir wahrscheinlich irgendeine Loha-Attitüde befriedigen soll, und benutzt mein Geld gefälligst für die Sachen, für die ich es ausgegeben hab. Danke!