Bootie Berlin
Wer morgen Abend noch nichts vor hat, dem kann ich denke ich diese Veranstaltung ans Herz legen. Bootie ist, soweit ich das verstehe, eine Party, bei der jede Menge MashUps gespielt werden. Man nimmt also Track A und Track B und erzeugt daraus Track C. Das dabei mit etwas Phantasie viele schräge Sachen rauskommen können, kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen. Perfektes Beispiel ist hier für mich eindeutig der Mix der Instrumentation von Nirvanas „Smells like teen spirit“ mit Rick Astleys „Never gonna give you up“. Großartig (und vor allem sehr kreativ). Es muss einem nicht alles gefallen (müssen tun we sowieso gor nüscht), aber es ist auf jeden Fall interessant zu hören. Also. Einen Vorgeschmack gibt es übrigens auf bootieberlin.com.
Ich möchte an dieser Stelle übrigens drauf hinweisen, dass diese Form von Kunst nach wie vor verboten ist oder sich zumindest in einer rechtlich doch sehr grauen Zone befindet. Deswegen kommen auch alle Leute in Piratenkostümen (reicht vllt auch ein Piratenparteishirt? :D) bis 00:00 Uhr kostenlos rein. Für alle anderen kostet der Eintritt 5 Euro.
Ich wünsch euch viel Spaß. /me wird leider morgen nach Rostock fahren.
Hier noch das tolle Nirvana/Rick Astley MashUp. Ich bin begeistert.
Wehe dir die Hammel sind los!
/me verfolgt gerade ganz gespannt diesen Blogpost bei spreeblick.com inklusive 3km langer Kommentarliste.
Was immer wieder beruhigend ist: Es gibt überall Volltrottel. Ganz viele. Und ich finde es wirklich wichtig, dass es im Leben Konstanten gibt, an denen man sich orientieren kann. Das wäre eine davon.
Tun wir das doch mal auseinanderwurschteln:
1. Vorwurf: Die haben rechts und links gesagt!
Ähh ja. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das die letzten Tage runtergerasselt hab: So what? Die Piratenpartei schließt in ihrem Grundsatz und auch vom Selbstverständnis her totalitäre, faschistische oder irgendwie undemokratische Strömungen aus und lehnt diese ab. Damit hätten wir schonmal n ganzen Teil der Braunen und Dunkelblödenroten ausgeschlossen. Keine NPD, DVU, REPs, DKP, SAV, MLPD oder weiß der Teufel. Die haben nämlich gut was an der Waffel. Schaun wir mal weiter. CDU und SPD machen sich aber natürlich auch ganz gut als Feindbilder und da werden dann gleich Phrasen verschossen wie „damit machen sie sich für mich unwählbar“ (auch wenn ich jetzt geneigt bin, wieder zu sagen: So what? – ich probier mal n Piratenwahlspruch: „Denk selbst“). Tatsache ist: In der SPD und der CDU gibt es ganz fürchterlich viele Holzköppe. Aber unter den 500000000000000 Trilliarden Mitgliedern soll kein einziger sein, der noch Sinn und Verstand hat? Kommt Leute. Das ist doch kein homogener Wabber sone Partei. Meint ihr das ernst?
An der Aussage ist also nichts schlimmes. Wirklich gar nichts. Es mag vielleicht manchen gegen den Strich gehen, dass hier kein
*mecker*mecker*mecker*Aber rechts geht gar nicht*mecker*mecker*mecker*
oder
*mecker*mecker*mecker*Aber links geht gar nicht*mecker*mecker*mecker*
kommt, aber was solls auch. Die Piraten suchen denkfähige Menschen. Und diese Sorte von Mensch kann man dann auch halbwegs gut mit Argumenten (krasses Schlagwort!!!1) beackern.
2. Vorwurf: Die sollen erstmal Position zu XY beziehen!
Ja. In Arbeit. Äh. Also. Wir probieren das mal.
Wer meiner Leser ist gegen (jetzt kommts) Mord? 99.999999999999999999999999999999999999999999999%?
Wirklich? Super!
Dann können wir ja jetzt für alle anderen Themen von Agrarpolitik bis Zensurgesetze in 0,nix ein Superkrasstotaltollesprogramm schreiben. Mit 283723038943289 Seiten (versteht sich). Immerhin sind wir bei Mord einer Meinung.
Ja. Stellt sich das irgendjemand so vor? Dann ab in die Anstalt.
Die Piraten haben sich zusammengefunden über die Themenkomplexe: Urheberrecht, Überwachungsgesetze (Innere Sicherheit), IT und Internet, Patentrecht, OpenAccess und sicherlich noch einige andere. Diese Themenkomplexe werden auch im Programm aufgegriffen und zu diesen Themen werden auch Inhalte und Ideen entwickelt. Alle anderen Bereiche sind einfach schwierig, weil es nicht die eine Meinung gibt (und übrigens auch nicht das eine Wissen). Und mein Gott. Wenn jetzt jemand nochmal schreit: „Ihr macht euch damit für mich unwählbar.“ Ja, was denn? Dann ist das so. Solln wir jetzt traurig gucken? Meine Fresse. Man muss ja nicht aus jedem Scheiß ne Betroffenheitsdiskussion basteln.
Und allen, die sich über ein zu kurzes Programm beschweren sei gesagt: IHR seid _ALLE_ eingeladen daran mitzuarbeiten! Wirklich!
3. Vorwurf: Der Seipenbusch!
…ist ein Mensch. Man darf die Aussage aus dem Blog übrigens auch suboptimal finden. Ist alles in Ordnung. Aber bitte, also irgendwie. „Oh ja doch, der ist stellvertretender Vorsitzender. Der ist Führer, ähh aber schonmal stellvertretender Vorsitzender!“
Jens Seipenbusch ist stellvertretender Vorsitzender. In diese Position wurde er gewählt. Er ist deswegen aber trotzdem noch nicht irgendeine komische Leitfigur. Ich weiß manchmal nicht was die Leute denken. Die Piraten sind eine absolut basisdemokratische Organisationsgemeinschaft, in der, auch aus Mangel an finanziellen Mitteln, alles selbst gemacht wird. Wer sich mal intern die Strukturen angucken würde, fände einen riesen haufen an AGs zu jedem verrückten Thema. Ohne das Parteiengesetz zu kennen: Ich könnte mir vorstellen, dass (wenigstens) diese Strukturen (GenSek, LVs, etc. pp.) gesetzlich vorgegeben sind und das ohne diese Vorgaben vielleicht ein Vorsitzender gar nicht existieren würde. Was ich sagen will: Wenn nicht alle ständig auf das Obrigkeitsding abfahren würden, hätten wir dieses komische Problem nicht.
Danke.