PorNoes!
Ist Porno gucken okay? fragt mich die taz heute, nachdem ich ausm Bett gekullert bin und proklamiert den „Streit der Woche“. Here comes the Deutungshoheit, yeah.
In einem Porno sind alle Frauen willig, immer, rund um die Uhr. Da kann der Konsument schon mal Fiktion und Realität verwechseln. […] Jugendliche würden Begriffe wie Gang-Bang und bareback kennen, hätten aber von Schwangerschaftsverhütung noch nie etwas gehört.
Genau. Seit ich 2 bin spiel ich mit meiner Red Rocket, seit ich 4 bin guck ich Pornos, seit ich 8 bin habe ich Sex mit Mädchen und jetzt Frauen und jedesmal wenn ich (nicht wir!!!!11) fertig bin schrei ich einmal laut „Terrorists win“. Außerdem haben alle meine Exfreundinnen mindestens 10 Kinder von mir und sind körperlich und seelisch verwahrlost durch ihren Einsatz für mich! Das haben 100 Jahre Pornos und Mörderspiele aus mir gemacht. Eine gottlose Zerstörungs- und Schwängerungsmaschine.
Ähhhh…tschuldigung. Ganz ehrlich. Jeder mit dem ich bisher gesprochen habe (jaja, ich weiß, ich hab mein eigenes Milieu), hält Pornos für frauenfeindlich (zumindest in der Darstellung – zu dieser Gruppe zähle ich auch mich) oder hat wenigstens gesagt, dass er seine Freundin so niemals behandeln würde. Kinder hat von uns auch noch niemand. Und ja Kondom, Pille, etc. pp. sind uns Begriffe. Wir sind uns sogar bewusst über den massiven Hormonrausch, den ich zumindest in zweiter Instanz nicht unbedingt positiv beschreiben würde, den das oben genannte Verhüterlie verursacht. Geil wa? Und das trotz Corridor 7 mit 10, Wolfpak mit 8 und Lan Partys auf denen Pornos regelmäßig die Switches verstopfen.
Wisst ihr Hanseln worüber ihr euch aufregen solltet? Das der Aufklärungsunterricht an meiner Schule so scheiße war, dass ich mich mit Informationsmaterial bei der BZGA vorsorgen durfte, bei denen übrigens fleißig gekürzt wird. Da verschwindet eure Aufklärung.
Werd mal wieder bissiger taz…
Brigitte Zypries:
Weil alle wissen, dass die Globalität und die Geschwindigkeit im Netz Rechtsdurchsetzung faktisch sehr schwer macht. Haben Sie mal versucht, jemanden, der im Internet strafbare Inhalte über Sie verbreitet, daran zu hindern?
Frau Zypries? Haben Sie das mal im Outdoor-Leben versucht?
via taz.de
Zu kurz gefasst
hat sich heute die taz mit ihrem Artikel über Kürzungen von Hartz 4 und den Folgen.
Die Folgen einer solchen völligen Kürzung kennt Erwerbslosenberater Frank Jäger aus seiner alltäglichen Praxis. „Mietschulden, Stromsperren, fehlende Mobilität und Mangelernährung“
Wer einmal als Zivi in einem Obdachlosenwohnheim gearbeitet hat, und sei es nur für 3 Wochen gewesen wie es bei mir der Fall war, weiß, dass die vollständige Kürzung des ALG2 Regelsatzes + Miete noch etwas ganz anderes heißen kann und das nicht selten.
Die Folge heißt Obdachlosigkeit. Die kann in Deutschland nämlich in solchen Fällen durchaus hausgemacht sein. Ich weiß gar nicht wieviele schusselige Typen ich in dieser kurzen Zeit gesehen habe, die quasi nur wegen ihrer Art Dinge durcheinander zu bringen oder zu vergessen auf der Straße gelandet sind. Im schlimmsten Fall sind sie mit der Gewissheit aus der Wohnung zu fliegen dann sogar noch ins nächste Jobcenter gegangen, sind ausgerastet, haben Hausverbot bekommen und haben damit ohne fremde Hilfe noch nicht einmal die Chance wieder zu einer Wohnung zu kommen. Das ist imho das wirklich perfide an der ganzen Geschichte.
(taz == tagesschau.de) = true
Liebe taz,
seit über 2 Jahren hab ich dich jetzt schon im Abo, wenn auch mit Unterbrechung. Aber das wirst du mir sicherlich nicht übel nehmen, oder? Was ich dir hingegen übel nehme, ist, dass ich sowohl bei tagesschau.de, als auch bei dir zu den kürzlich erfolgten Urteilen im Bereich Sozialrecht durch das Bundessozialgericht fast genau den gleichen Text lese. Ich erwarte ja gar nicht, dass du den kompletten Text, der dir über die entsprechenden Pressestellen reinflattert, einmal umformulierst. Was ich aber von dir als Rechtslaie erwarte ist, dass du Formulierungen wie „Es gibt aber auch sehr fordernde Leistungsempfänger.“ dir wenigstens einmal zu Herzen nimmst und dich fragst, ob du sie so übernehmen kannst. Und weil du eben einmal copy/paste betrieben hast, hatte ich nicht das Gefühl, dass du dir überhaupt etwas zu Herzen genommen hast. Also liebe taz. Ich kaufe dich, um halbwegs ordentlichen Journalismus in den Händen zu halten und nicht, um dpa oder ap Meldungen runtergerattert zu bekommen. Denn wenn das der Fall wäre, könnte ich ja auch weiter tagesschau.de lesen, oder?
Danke.